Förderkonzept Mathematik

Im Rahmen unseres Bildungs- und Erziehungsauftrages sollen alle Kinder – unter Berücksichtigung ihrer Persönlichkeitsentwicklung – entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert werden. Der von uns angebotene Förderunterricht hat vor allem die Aufgabe, Lernschwierigkeiten und Lernlücken auszugleichen, so dass die Kinder wieder eine sichere Grundlage für ihr Weiterlernen erhalten und den Spaß am Lernen nicht verlieren.

Die innere und äußere Differenzierung gehört zum Schulalltag. Die Arbeitsaufgaben werden so gestellt, dass jedes Kind sie lösen und damit die grundlegenden Ziele des Unterrichts erreichen kann, d.h., dass Aufgaben in unterschiedlichen Zeiten, auf unterschiedlichen Wegen und auf unterschiedlichem Niveau gelöst werden können. Auch durch die gestaffelte Anzahl der Arbeitsaufgaben findet eine Differen- zierung statt, somit können alle Kinder am Ende der Unterrichtsstunde ihr Arbeitspensum erfolgreich geschafft haben.

Förderung im Klassenverband

Um in Mathematik sowohl dem unterschiedlichen Lerntempo der Kinder gerecht zu werden, als auch das gemeinsame Lernen voneinander zu fördern, findet im Klassenverband ein sinnvoller Wechsel zwischen offenen und geschlossenen Unterrichtsformen statt.

Je nach Themenbereich und Übungsschwerpunkt finden Berücksichtigung:

  • lehrerzentrierter Unterricht im Klassenverband oder in Teilgruppen
  • gemeinsame Erarbeitung neuer Sachverhalte im Klassenverband oder in Gruppen
  • differenziertes Arbeiten an Lernstationen und Werkstätten
  • individuelles Lernen durch Wochen- und Tagespläne
  • differenzierte Lern- und Übungsangebote
  • Reflexionsphasen im Klassenverband oder in Gruppen.
  • Bereitstellung von Lernangeboten und Fördermaterialien

Der Mathematikförderunterricht findet je nach Stundenkontingent statt. Auch innerhalb des normalen Mathematikunterrichts im Klassenverband werden einzelne Schülerinnen und Schüler durch Zusatzmaterial unterstützt bzw. über den Stundeninhalt hinaus gefördert.

Für die individuelle Förderung der Kinder entsprechend ihres Lern- und Entwicklungsstands wird eine Sammlung von strukturierten Lern- und Förderangeboten benötigt, die teilweise noch bereitgestellt werden müssen.

Das Fach Mathematik

Im Mathematikunterricht sollen die Kinder elementare mathematische Fertigkeiten erwerben. In dem Zusammenhang sollen sie Grundkenntnisse über Zahlen, Formen und Größen gewinnen und Fähigkeiten zur Lösung mathematischer Probleme entwickeln. Die Kinder sollen in ihrer Kreativität, ihrer Argumen- tationsfähigkeit sowie in ihrer Fähigkeit zu mathematisieren gefördert werden. Der Mathematikunterricht hat wesentlichen Anteil am Entwicklungs-, Lern- und Erziehungsprozess der Schüler. Gemeinsam mit dem Unterricht in anderen Fächern soll er grundlegende intellektuelle Fähigkeiten und Kenntnisse ver- mitteln, die es dem Schüler ermöglichen, in seiner Umwelt Zusammenhänge zu erkennen, beschreiben und zur Lösung von Problemen geeignete Wege zu suchen

Grundsätze des Mathematikunterrichtes:

1. Aktiv-entdeckendes Lernen:
Rechnen und Lernen sollen aus dem kindlichen Handeln erwachsen können. Dabei sollen den  Kindern aktiv- entdeckende und soziale Lernprozesse ermöglicht werden.

2. Sparsamkeit an Anschauungsmitteln:
Im Unterricht sollten effektive und eindeutige Materialien eingesetzt werden. Die Kinder sollten sich gründlich mit ihnen vertraut machen, damit sie sichere Zahlvorstellungen entwickeln können.

3. Produktives Lernen
Im Mathematikunterricht steht das Üben im Mittelpunkt. Der Erfolg des Mathematikunterrichtes hängt nicht nur von der Automatisierung der grundlegenden Kenntnisse und deren sinnvoller Anwendung ab, sondern auch von der Qualität der Übungsaufgaben. Das produktive Üben ermöglicht den Kindern auf strukturierte Weise mathematische Einsichten zu gewinnen.

4. Differenzierung
Die Differenzierung ermöglicht den Kindern ein individuelles Lernen in Bezug auf Anschauungsmittel, Lösungswege und Lerntempo. Dabei geht es auf der einen Seite um eine Differenzierung durch die Lehrkraft, zum Beispiel durch gezielte Medienauswahl und gestaffelte Hilfen bei Problemlösungsprozessen. Auf der anderen Seite ist für uns eine natürliche Differenzierung, d. h. eine vom Kind bestimmte  Differenzierung, von besonderer Bedeutung, zum Beispiel in der Wahl der Lösungswege und Anschauungsmittel, in der mündlichen und schriftlichen Form der Lösungen (im Rahmen vereinbarter Konventionen) und in der Wahl der Aufgaben

Verschiedene Übungsformen

1. Gestuftes Üben
Die Fähigkeiten sollen schrittweise ausgebaut werden, indem Übungen mit sorgfältig gestufter Schwierig- keitssteigerung angeboten werden. Das gestufte Üben ermöglicht das Überprüfen des jeweiligen Kennt- nisstandes eines Schülers in einem speziellen mathematischen Anforderungsbereich, etwa durch die Stufung der Schwierigkeiten von Aufgaben eines schriftlichen Rechenverfahrens, um über die Analyse von Fehlern genauere Informationen zu den Fehlstrategien der Schüler zu bekommen.

2. Automatisierendes Üben
Grundaufgaben oder mathematische Techniken sollen bis zum sicheren automatisierten Beherrschen bewusst eingeprägt bzw. eingeübt werden. Automatisierende Übungen können erst dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn das Wissen des Schülers zum jeweiligen Inhaltsbereich ausgebildet sind.

3. Fünf- Minuten-Übungen
Die Fünf- Minuten-Übungen stellen weniger eine einheitliche Übungsform dar als vielmehr einen methodischen Abschnitt innerhalb der Mathematikstunde mit den Zielen der Vorbereitung auf die Inhalte der Stunde, der Festigung des gerade Gelernten oder der langfristigen und regelmäßigen Wiederholung von Grundbeständen des Mathematikunterrichts.

4. Spielerisches Üben
Spielerisches Üben wird durchsetzt von den anderen Unterrichtsprinzipien. Das Spielen ist eher als eine methodische Variante des Übens als ein grundlegendes Prinzip. Lern- und Übungsspiele eröffnen inner- und außermathematische Lernchancen wie

  • Wissen und Fähigkeiten werden spielerisch geübt und gefestigt,
  • Differenzierungs- und Individualisierungsmöglichkeiten des
  • Unterrichts bieten sich an,
  • Spielen im Mathematikunterricht kann zum sozialen Lernen beitragen.

5. Anwendungsorientiertes Üben
Durch diese Übungsform soll Gelerntes übertragen werden auf  Anwendungssituationen oder neue Fragestellungen, durch deren Bearbeitung der gelernte mathematische Inhalt neu gesehen und diskutiert werden, wodurch die Beweglichkeit des Denkens gefördert wird.

6. Üben mit Selbstkontrolle
In Ergänzung zu den Schulbüchern werden Kopiervorlagen, Arbeitsblättern und andere Materialien angeboten, die dabei häufig die Selbstkontrollmöglichkeiten betonen. Für die Lehrkraft ist die Selbstkontrolle sehr hilfreich, für die Schüler ist sie sinnvoll, da dadurch eine größere Eigenverantwortung entsteht.

7. Produktives Üben
Das produktive Üben bedeutet das Wiederholen von Handlungen im Zuge des Herstellens von Gegenständen – Figuren, Zahlen, Terme, Zeichen, Muster- wobei die Geläufigkeit des zu übenden Schemas bzw. Verfahrens geschult wird. Produktive Rechenübungen werden durch die Prinzipien des aktiven und entdeckenden Lernens bestimmt.

GK 23. 5. 2012