Waldschule Berumerfehn -  Elternbrief – 08.04.2020

Schulausfall wegen Corona

Was Kinder zu Hause lernen können

Liebe Eltern!

In der Schule herrscht Stille, für meine Begriffe ist es viel zu still. Ich vermisse den Kinderlärm und niemand vermag genau zu sagen, wie lange es noch so weitergeht. Wir merken gerade, dass schulische Belange, wie das Einmaleins, die Wortarten, curriculare Vorgaben in den Hintergrund treten. Aber bedenken Sie eins: Ihre Kinder lernen gerade an anderer Stelle. Ganz nach dem Leitsatz: „Gemeinsam sind wir stark“ erleben sie Gemeinschaftsgefühl,  gegenseitige Unterstützung, Wertschätzung anderer, solidarisches Verhalten. Mein Appell an Sie: Geben Sie Ihren Kindern Halt und Struktur, vermitteln Sie ihnen die obengenannten Werte und seien Sie jederzeit für Ihre Kinder da. Sie brauchen Sie in der jetzigen Situation mehr denn je. Seitens der Schule haben wir den Kindern vor den Ferien Aufgaben an die Hand gegeben. Wir werden uns auch weiterhin bemühen, Materialien für Ihre Kinder zu erstellen und Angebote des Lernens zu schaffen. Dieses Angebot können Sie annehmen oder sich selbstständig aus dem reichhaltigen Onlineangebot etwas heraussuchen.      Eine Linksammlung dazu erscheint in Kürze auf unserer Schulhomepage.

Hier einige Ideen für die Zeit zu Hause:

  • Lassen Sie Ihr Kind Bücher zum Vorlesen aussuchen.  Lesen Sie vor und unterhalten Sie sich mit dem Kind über die Geschichte. Suchen Sie gemeinsam etwas aus, was das Kind alleine lesen kann.  Lassen Sie sich später davon erzählen.
  • Spielen Sie gemeinsam Karten-Spiele (wie z. B. Uno, Elfer raus, 6 nimmt,  Vier gewinnt, Skat etc.), Würfel-Spiele und Buchstaben-Spiele wie Scrabble und Schreib-Spiele wie „Stadt, Land, Fluss“ oder Ähnliches.
  • Machen Sie ein Spiel daraus, alles zu zählen: „Wie viele Stuhlbeine gibt es bei uns?“
  • Lassen Sie die Kinder mit LEGO oder Ähnlichem bauen und konstruieren  (z. B. auch nach Bauanleitungen) und interessieren Sie sich für die Produkte.  
  • Ermutigen Sie Ihr Kind, Geschichten oder Tagebuch zu schreiben,  auch am Handy/PC.
  • Lassen Sie Ihr Kind im Fernsehen die „Sendung mit der Maus“ (ab 18.3. täglich  oder im Internet) oder andere Wissens- und Sachsendungen (KIKA und Ähnliches) gucken. Lassen Sie es aufschreiben oder aufmalen/aufzeichnen, was es toll fand.  
  • Stellen Sie sich gegenseitig 1x1- oder Plus- und Minusaufgaben und erfinden Sie gemeinsam weitere Rechenaufgaben.  
  • Stellen Sie dem Kind Alltagsmaterialien wie Dosen, Kartons, Schnüre, Papier,  Farben, Schere, Stifte und Klebstoff zum Basteln und Malen etc. zur Verfügung.
  • Gehen Sie gemeinsam nach draußen, beobachten Sie Pflanzen und Tiere.  Was man nicht kennt, kann man fotografieren und zu Hause dazu in Büchern  oder im Internet recherchieren und die Ergebnisse aufschreiben.
  • Beschränken Sie reinen Medienkonsum und nutzen Sie Handys und Tablets für  kreative Aufgaben.  
  •  Geben Sie den Kindern Knobelaufgaben oder Rätselhefte.

Denken Sie auch daran: Die Schulschließung ist eine Chance, dass Kinder einmal etwas mehr selbstbestimmt tun können, was ihnen wichtig ist, und nicht immer nur nach  Erwachsenen-Wünschen lernen müssen. Das bedeutet aber nicht, sie mit Medien wie Fernsehen, Computern, Tablets und Handys alleinzulassen!

Also: Sie als Eltern können anregen, vorschlagen, mitmachen, aber sie sollen vor allem  die Kinder fragen, was SIE interessiert, was SIE wissen und tun wollen, und dann zu gemeinsamen Absprachen kommen.

Ich wünsche mir nun bald wieder viele Kinderstimmen in der Schule hören zu dürfen.

Bis dahin bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch diese Zeit!

Herzlichst 

Heidi Rabenstein 
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Rektorin-