Konzept Beratungsgespräch

  1. Die Beraterin sorgt für eine angenehme Atmosphäre
  2. Beraterin und Lehrerin denken  über die Unterrichtsstunde nach
  3. Beide notieren ihnen wichtige Aspekte auf Karten
  4. Die Aspekte werden geordnet
  5. Die Reihenfolge der Themen wird festgelegt
  6. Die Themen werden besprochen
  7. Die Ergebnisse werden zusammengefasst
  8. Die Schwerpunkte für die Weiterarbeit werden festgelegt

Zu 1.:
Für eine gute Beratung sind nicht nur die Beratungsmethoden, sondern auch die Einstellung des Beraters wichtig. Sie sollte trotzt der Rollenkonstellation Schulleitung–Kollegiumsmitglied geprägt sein von Authentizität, Empathie und Akzeptanz. Da wir im Kollegium einen von Freundlichkeit und Sachlichkeit geprägten Umgang miteinander
pflegen, ist es normalerweise nicht schwierig eine angenehme Beratungsatmosphäre zu schaffen.
Eine förderliche Sitzordnung an einem geschützten Beratungsort, Mimik und Körperhaltung des Beraters können u. a. Beiträge dazu leisten. Wichtig ist es auch, Transparenz zu schaffen über das Hauptziel der Beratung: „Verbesserung des Unterrichts“ und den zeitlichen Rahmen des Beratungsgesprächs.

Zu 2.:
Der Moment des Nachdenkens soll verhindern, dass es, wie bei einer spontanen, allgemeinen Selbstreflexion bisweilen üblich, zum „Bauernopfer“ oder zur „Aufrüstung“ kommt.
 
Zu 3.:
Beide notieren, unabhängig vom chronologischen Ablauf der Stunde, wichtige Aspekte des eingesehenen Unterrichts. Diese ergeben sich aus der Beobachtungshilfe für den Unterricht. Leitfragen hierfür sind:

  • Was hat mir gut gefallen?
  • Was sehe ich kritisch?
  • Wo möchte ich noch genauer nachfragen bzw. informieren?
  • Es ist nicht das Ziel, alle möglichen Aspekte flächendeckend zu bearbeiten, sondern nur zentrale Merkmale.

Zu 4.:
Die Zuordnung der Aspekte der Beraterin und der Lehrerin zeigt, ob beide ähnliche Beratungsschwerpunkte sehen. Sollte dies nicht der Fall sein, haben beide offensichtlich ein subjektiv unterschiedliches Bild der Stunde. Dann sollten die noch offenen Fragen geklärt werden

Zu 5.:
In gegenseitigem Einvernehmen ordnen beide die zu besprechenden Themen nach ihrer zentralen Bedeutung für den eingesehenen Unterricht.

Zu 6.:
Das eigentliche Beratungsgespräch soll nicht unbedingt mit positiven Aspekten beginnen, da es ja in der Hauptsache um Verbesserung des Unterrichts geht. Im Sinne einer Wertschätzung der Kollegin und der Nutzung ihrer Stärken für die schulische Entwicklungsarbeit sollten sie aber auf jeden Fall genannt und genau so sorgfältig belegt werden.
Ziel des Beratungsgesprächs ist es, dass die Lehrerin in der Interaktion mit der Beraterin selbstständig Lösungsansätze für unterrichtliche Probleme bzw. Alternativen entwickelt. Sie soll dadurch ideenreicher und beweglicher agieren können.

Zu 7.:
Die Ergebnisse des Gesprächs werden durch die Beraterin zusammengefasst. Dies dient der Klarheit und der Würdigung der Ergebnisse. Außerdem ist es die Grundlage für den nächsten Punkt: Die Vereinbarungen für die Weiterarbeit.

Zu 8.:
Beraterin und Lehrerin treffen Absprachen darüber, welche Ziele die Kollegin sich für die Weiterarbeit setzt, d. h. welche Schwerpunkte sie in ihrem Unterricht zukünftig umsetzen wird. Weitere Beratungsbesuche und –gespräche werden vereinbart.